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Zwischen Berlin-Biesdorf und Berlin-Mitte
Berlin-Biesdorf, eingeebnetes Gelände der früheren Parteischule der DKP(26. Dezember 2011)-
Das in Biesdorf befindliche ehemalige Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus (heute das Vivantes Klinikum Hellersdorf Standort Brebacher Weg) wurde 1945 zum Teil von der Roten Armee besetzt. Als die Rote Armee 1970 diese Teile der Klinik freigab, wurde in einigen dieser Gebäude von der SED eine Parteischule für westdeutsche DKP-Mitglieder eingerichtet. Sie war eine Außenstelle des Franz-Mehring-Instituts der Karl-Marx-Universität Leipzig. Die Schule war bis 1989 in Betrieb. Das Gelände wurde danach von der westdeutschen Treuhand privatisiert. Eine geplante Bebauung scheiterte an der Insolvenz des “Investors”.
In den 1970er und 1980er Jahren haben viele tausend Menschen diese Parteischule besucht und dort drei- oder zwölfmonatige Kurse absolviert. Darunter waren auch Leute wie Harald Werner, Christian von Ditfurth oder Cordt Schnibben (Spiegel), die heute mit antikommunistischen und selbstmitleidigen Geschichten hausieren gehen oder diese Zeit als jugendlichen Irrtum darstellen. Gemessen an der großen Teilnehmerzahl sind es nur wenige, die ihre “Leidensgeschichte” an die großdeutschen Medien verkaufen. Ihr “deutsches Bekenntnis” (Degenhardt) entspricht aber durchaus einer verbreiteten Tendenz: Wenn der Gegner gewinnt, versteht man sich plötzlich selbst nicht mehr. Das Wollen von damals kommt einem angesichts der neuen “Kräfteverhältnisse” nachträglich geradezu irreal vor. Dabei zeigt doch gerade die unglaubliche Dominanz des “wiedervereinten Deutschlands” in Europa und in der Welt, dass die damalige Kritik nicht zu heftig, sondern zu harmlos war. 20 Jahre nach der Einebnung dieser Parteischule, geht es in der BRD, die sich nur noch “Deutschland” nennt, ziemlich genau so zu, wie es einst im “dogmatischen” Lehrbuch des Marxismus-Leninismus stand. Unterschätzt hat dieser “Dogmatismus” allerdings die Wucht des Deutschnationalismus, der sich nach dem Osten nun auch Westeuropa zur Kolonie gemacht hat. Und dazu braucht er einen gigantischen Macht- und Staatsapparat. Zum Beispiel den Bundesnachrichtendienst, dem “Deutschland” mitten in der früheren Hauptstadt der DDR, in der Chausseestraße von Berlin-Mitte gerade einen neuen Palast der Republik baut, wie es ihn so noch nicht gab: Es ist das größte deutsche Bauvorhaben seit 1949. 

Berlin-Biesdorf, eingeebnetes Gelände der früheren Parteischule der DKP
(26. Dezember 2011)

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Das in Biesdorf befindliche ehemalige Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus (heute das Vivantes Klinikum Hellersdorf Standort Brebacher Weg) wurde 1945 zum Teil von der Roten Armee besetzt. Als die Rote Armee 1970 diese Teile der Klinik freigab, wurde in einigen dieser Gebäude von der SED eine Parteischule für westdeutsche DKP-Mitglieder eingerichtet. Sie war eine Außenstelle des Franz-Mehring-Instituts der Karl-Marx-Universität Leipzig. Die Schule war bis 1989 in Betrieb. Das Gelände wurde danach von der westdeutschen Treuhand privatisiert. Eine geplante Bebauung scheiterte an der Insolvenz des “Investors”.

In den 1970er und 1980er Jahren haben viele tausend Menschen diese Parteischule besucht und dort drei- oder zwölfmonatige Kurse absolviert. Darunter waren auch Leute wie Harald Werner, Christian von Ditfurth oder Cordt Schnibben (Spiegel), die heute mit antikommunistischen und selbstmitleidigen Geschichten hausieren gehen oder diese Zeit als jugendlichen Irrtum darstellen. Gemessen an der großen Teilnehmerzahl sind es nur wenige, die ihre “Leidensgeschichte” an die großdeutschen Medien verkaufen. Ihr “deutsches Bekenntnis” (Degenhardt) entspricht aber durchaus einer verbreiteten Tendenz: Wenn der Gegner gewinnt, versteht man sich plötzlich selbst nicht mehr. Das Wollen von damals kommt einem angesichts der neuen “Kräfteverhältnisse” nachträglich geradezu irreal vor.

Dabei zeigt doch gerade die unglaubliche Dominanz des “wiedervereinten Deutschlands” in Europa und in der Welt, dass die damalige Kritik nicht zu heftig, sondern zu harmlos war. 20 Jahre nach der Einebnung dieser Parteischule, geht es in der BRD, die sich nur noch “Deutschland” nennt, ziemlich genau so zu, wie es einst im “dogmatischen” Lehrbuch des Marxismus-Leninismus stand. Unterschätzt hat dieser “Dogmatismus” allerdings die Wucht des Deutschnationalismus, der sich nach dem Osten nun auch Westeuropa zur Kolonie gemacht hat.

Und dazu braucht er einen gigantischen Macht- und Staatsapparat. Zum Beispiel den Bundesnachrichtendienst, dem “Deutschland” mitten in der früheren Hauptstadt der DDR, in der Chausseestraße von Berlin-Mitte gerade einen neuen Palast der Republik baut, wie es ihn so noch nicht gab: Es ist das größte deutsche Bauvorhaben seit 1949.